Der Jan-Wellem-Platz gehört uns allen!
       
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JA! Der Jan-Wellem-Platz gehört uns allen!
63.133 Bürgerinnen und Bürger haben uns mit ihrem JA! unterstützt.

Helfen Sie beim Erhalt eines Wahrzeichens Düsseldorfs!

Sogar der U-Dachs wirbt mit dem eleganten Schwung des Tausendfüßlers.

Wer hätte das gedacht? Er wird gewiss Gründe dafür haben, schließlich steht das Bauwerk im Herzen unserer Stadt nicht ohne Grund unter Denkmalschutz. Leider scheint der U-Dachs bei den Düsseldorfer Freunden kurz- wie langfristig viel zu teurer und verkehrstechnisch unsinniger Tunnelprojekte keine Lobby zu finden. Oder man möchte seine Argumente im Rathaus einfach nicht hören, weil man dem Tausendfüßler nicht umsonst so viele Jahre lang den frischen Anstrich verwehrt haben will?
Wollte man mit dieser Sparsamkeit gar bezwecken, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ihn als "Schandfleck" titulieren?
Irgendwie liegt die Vermutung nahe, doch scheinen - wie offensichtlich auch der U-Dachs - längst nicht alle mit dem Abriss ihres und unseres Tausendfüßlers einverstanden zu sein. Und zum
Glück gibt es eine Initiative namens "Lott stonn!", die sich um den Erhalt dieses Düsseldorfer Wahrzeichens bemüht. Noch ist nicht alles verloren!

Dirk Jürgensen

 
     

Adolf Nitsch    Brigitte Speth    Dr. Jörg Forßmann

Ehem. Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens

„Der Jan-Wellem-Platz gehört uns allen“

Diskussion der Planung zum Kö-Bogen 2. Bauabschnitt / Bebauungsplan Nr. 5477/125

Stellungnahme

Als Bürgerin und Bürger sowie stellvertretend für die über 60.000 Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger, die beim Bürgerentscheid mit „Ja“ gestimmt haben und damit die in der Stimmempfehlung der Bürgerinitiative genannten Punkte der Planung abgelehnt haben.

Uns darauf beziehend nehmen wir wie folgt zu der am 10. März 2010 vorgestellten Planung Stellung:

1. Wir haben gegen den geplanten Nord-Süd-Tunnel und dem damit verbundenen Abriss des technischen Baudenkmals „Tausendfüßler“ erhebliche Bedenken.

Mit dem Tunnel soll angeblich die städtebauliche und verkehrliche Situation im Planungsgebiet wesentlich verbessert werden. Dies ist jedoch nach unserer Meinung - im Gegensatz zum Süd-Nord-Tunnel - nicht der Fall. Denn die Hochstraße hat bisher den Nord-Süd-Kfz-Verkehr problemlos bewältigt und den Fußgängerverkehr auf der Schadowstraße und am Jan-Wellem-Platz vom Autoverkehr befreit. Für die Verkehrsfunktion bringt der geplante Tunnel daher keine nennenswerte Verbesserung. Hingegen wird in der vorgestellten Planung durch die verbleibende Straßenbahnstrecke die Fußgängerverbindung zwischen den beiden Teilen des Hofgartens verschlechtert (Wegfall der Jägerhofpassage); die beiden geplanten Überwege über die Gleise sind für Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer gefährlich und nach unseren Recherchen auch wegen der Höhenunterschiede des Geländes so wie dargestellt nicht realisierbar. Dies gilt auch für die Einmündung der Düssel in die Landskrone.

Die städtebauliche Situation wird durch den Tunnel ebenfalls nicht nennenswert verbessert. Besonders störend wirken sich die geplanten Rampen im nördlichen Hofgarten und an  der Johanniskirche aus. Die geplanten sog. „Ramblas“ sind mit denen in Barcelona nicht vergleichbar. Denn diese bilden eine urbane Achse zwischen dem Hauptplatz von Barcelona und dem alten Hafen, während die Allee weder einen signifikanten Ausgangs- noch Endpunkt hat. Dem Tausendfüßler wurden in der Anhörung durch die Verwaltung alle möglichen derzeitigen gestalterischen Missstände zugeschoben, die aber durch die jahrzehntelange Vernachlässigung des Jan-Wellem-Platzes und die unterlassene Instandhaltung der Hochstraße entstanden sind. Der Tausendfüßler ist doch gerade wegen seiner besonderen Gestaltqualität und seiner technischen Eleganz unter Denkmalschutz gestellt worden. Er ist ebensoviel oder ebenso wenig ein Beitrag zur „autogerechten Stadt“ wie der Nord-Süd-Tunnel. Hinsichtlich der Veränderungen der Lärm- und Abgasemissionen müssten u. E. noch detaillierte Untersuchungen durchgeführt werden. Wahrscheinlich würde sich dann zeigen, dass die Emissionen im Bereich der heutigen Abfahrten zur Berliner Allee und zur Immermannstraße geringer sind als die an den geplanten Tunnelrampen.

2. Wir regen statt des geplanten Nord-Süd-Tunnels folgende wesentliche alternative Lösung an:

Der Nord-Süd-Tunnel wird nicht gebaut und das Baudenkmal „Tausendfüßler“ bleibt erhalten und wird Instand gesetzt. Des weiteren wird die gestalterische und verbindende Wirkung der Hochstraße durch eine Lichtinstallation erhöht. Der Süd-Nord-Tunnel wird aus dem Hofgartenbereich und soweit zurückgenommen, dass die Zufahrt zum Schauspielhaus und zum Dreischeibenhaus erhalten bleiben kann. Neben der Jägerhofpassage wird eine neue großzügige Passage unter Berücksichtigung der Höhenverhältnisse im Verlauf der Düssel  geschaffen, die offen in dieser Passage zur Landskrone geführt wird.

3. Zur gerechten Abwägung der öffentlichen Belange untereinander (§ 1 Abs. 6 BauGB)

Für die gerechte Abwägung der Belange miteinander und untereinander - insbesondere die des Denkmalschutzes - zwischen der vorgestellten Planung und unserem Lösungsvorschlag (als „sich wesentlich unterscheidender Lösung“ gem. § 3 Abs. 1 BauGB) ist u. E. eine alternative Planung in den Grundzügen darzustellen; die jeweiligen Kosten sind zumindest für die Verkehrsanlagen zu ermitteln und einander gegenüberzustellen. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand dürfte unter Berücksichtung der hohen Kosten der vorgestellten Planung und ihrer Auswirkungen auf die städtebauliche und verkehrliche Situation im Planungsgebiet die Abwägung aller Belange zugunsten unseres Lösungsvorschlages und der Erhaltung des Tausendfüßlers ausfallen.

Wir sind nicht bereit zu akzeptieren, dass ein wesentlicher Bestandteil der Planung (das Verkehrskonzept) im Vorfeld des Bebauungsplanverfahrens vorentschieden wurde und damit die Mitwirkung der Bürger gem. § 3 BauGB eingeschränkt wird. Eine offene Planung wäre damit ausgeschlossen und eine gerechte Abwägung aller Belange unmöglich. Die damalige Bürgerinitiative zum Bürgerbegehren „Der Jan-Wellem-Platz gehört uns allen“ hat seinerseits mehrfach angeboten, z. B. in der Ratssitzung am 7.2.2008, mit der Stadt über die Planung zu sprechen. Während mit vielen anderen Gruppen gesprochen wurde, hatte die Bürgerinitiative nie  eine Chance, die Planung mit der Stadt zu diskutieren und einen Konsens zu finden.

4. Außerdem haben wir persönlich Bedenken gegen den dreieckigen Baublock südlich des Dreischeibenhauses.

Dieser Baublock verdeckt den Blick von Süden auf das Dreischeibenhaus und von Südwesten auf den Gustav-Gründgens-Platz und das Schauspielhaus. Es ist überhaupt zu befürchten, dass der Planungsentwurf die heutige prekäre Situation des Schauspielhauses nicht ändern wird, weil das Schauspielhaus noch stärker vom Jan-Wellem-Platz als bisher abgetrennt wird.

 
     
       
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